Landespflege

Das Prinzip

In der „Landespflegerischen Begleitplanung“ (LBP) werden die Auswirkungen der Baumaßnahme auf die Umwelt und den Menschen untersucht. Der Landespflegerische Begleitplan regelt, wie etwaige Eingriffe minimiert oder kompensiert werden können.
Wo möglich, sind wichtige Bereiche zu schützen (Schutzmaßnahmen), negative Auswirkungen zu vermeiden (Vermeidungsmaßnahmen), auszugleichen (Ausgleichsmaßnahmen) oder Ersatz zu schaffen (Ersatzmaßnahmen) und schließlich sind die Baumaßnahme und ihr Umfeld zu gestalten (Gestaltungsmaßnahmen).

Lage des Untersuchungsgebietes

Lage des Untersuchungsgebiets

 

Die Umsetzung

Schutzmaßnahmen:

  • Schutzmaßnahmen an Vegetationsflächen, Einzelbäumen und Gehölzgruppen (1.270 lfd. m Schutzzäune, 127 x Einzelbaumschutz)
  • Schutzmaßnahmen an Waldbeständen (1.700 lfd. m Schutzzäune)

Vermeidungsmaßnahmen:

  • Erhaltung des strukturreichen Gehölz- und Baustreifens nördlich "Am Erlenbruch" als bedeutende Leitstruktur durch Teilverschiebung der Tunneltrasse
  • Beschränkung der Baufeldfreimachung (Rodung / Fällung) auf den Zeitraum zwischen 1. November und 28. Februar
  • Zu fällende Höhlenbäume werden auf einen Fledermausbesatz kontrolliert
  • Baustelle wird bei Nachtarbeiten abgeschirmt (irritierendes Streulicht)
  • Zauneidechsen werden aus dem Eingriffsbereich umgesiedelt
  • Anlage einer Überflughilfe im Bereich der bauzeitlichen Verkehrsführung (Kollisionsschutz)
  • Anlage von Irritationsschutzwänden am Autobahndreieck Erlenbruch und der Anschlussstelle Borsigallee (Lärm- und Lichtimmissionen)

 Ausgleichsmaßnahmen:

  • Herausnahme von Waldflächen aus der forstlichen Nutzung im Fechenheimer Wald (trassenfern)
  • Für Fledermäuse werden Ersatznistkästen installiert
  • Wege im Fechenheimer Wald werden zurückgebaut (trassenfern)
  • Pflege und Neuanlage von Streuobstwiesen bei Bergen-Enkheim (trassenfern)
  • Heimische, standortgerechte Baum- und Strauchpflanzungen werden angelegt (straßenbegleitend)
  • Wiesenstreifen mit Strauchpflanzungen werden angelegt

 Ersatzmaßnahmen:

  • Naturnahe Umgestaltung des Sossenheimer Wehrs (Beteiligung)

 

Der "Artenschutzrechtliche Fachbeitrag"

Über die  Landespflegerische Begleitplanung hinaus wurde eine Überprüfung des Bauvorhabens im Hinblick auf die besonderen artenschutzrechtlichen Vorgaben (§ 44 Bundesnaturschutzgesetz) durchgeführt. Dieser „Artenschutzrechtliche Fachbeitrag“ untersucht, ob durch die Baumaßnahme besonders geschützte Arten betroffen sind.
Geprüft werden die Auswirkungen, die durch die Bautätigkeit, die Autobahn selbst (Fahrbahn, Dämme, Brücken, Tunnel) sowie den Betrieb auf der Autobahn hervorgerufen werden.
Die Ergebnisse der Untersuchung fließen in die Maßnahmen der Landespflegerischen Begleitplanung ein.

Ein Beispiel aus dem Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag ist die Darstellung der Eignung des Lebensraumes für die im Untersuchungsraum vorkommende Bechsteinfledermaus.

Lebensraum Bechsteinfledermaus

Lebensraum Bechsteinfledermaus

 

An der engsten Stelle (Pfeil) liegt der Grünzug, sogenannte "Leitstruktur", der durch die Verschiebung der Tunneltrasse und die Änderung der bauzeitlichen Verkehrsführung erhalten werden kann.

Um bereits vor möglichen Beeinträchtigungen während der Baumaßnahme einen bestmöglichen Ausgleich zu schaffen, werden vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt.
So wird die projektbedingte Verringerung des Baumhöhlenangebotes für Fledermausarten durch Aufwertungen im Fechenheimer Wald ausgeglichen. Zur kurzfristigen Kompensation werden Nistkästen installiert. Mittel- und  langfristig wird eine etwa acht Hektar große Naturwaldzelle, in der jegliche forstliche Nutzung unterbleibt, sowie ein ausreichendes Höhlenangebot sichergestellt. Vorhandene höhlenreiche Althölzer bleiben hier erhalten und neue Baumhöhlen können entstehen. Ergänzend zur Ausweisung der Naturwaldzelle werden einzelne Reit- und Fußwege in dem Waldbestand aufgegeben. Die mit der Wegenutzung verbundenen Störungen der Bechsteinfledermaus werden somit zukünftig entfallen. Ein Teilausgleich für den Verlust von Nahrungshabitaten der geschützten Fledermaus kann durch Entwicklung kleinerer Obstwiesen bei Seckbach erreicht werden.

Kontakt

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